Wie oft sollte man Abonnements überprüfen?

Kurze Antwort

Alle wiederkehrenden Abonnements einmal im Monat prüfen. Durchschnittlich gibt man 219€/Monat für Abonnements aus, schätzt aber nur 86€ ein. Ein monatlicher 15-Minuten-Check kann Hunderte Euro pro Jahr sparen für Dienste, die man vergessen hat zu bezahlen.

Abo-Unternehmen zählen darauf, dass man vergisst. Das kostenlose Testabo, das man vor sechs Monaten angemeldet hat? Es zieht seither still 14,99€/Monat ein. Der Streaming-Dienst, auf dem man eine Serie geschaut hat? Wird noch immer abgerechnet. Diese kleinen Beträge summieren sich zu echtem Geld – Geld, das monatlich vom Konto fließt, während man nicht hinschaut.

Detaillierte Analyse

Das Abonnement-Schleichproblem

Der durchschnittliche Haushalt zahlt jetzt für mehr als 12 wiederkehrende Abonnements. Streaming-Dienste, Cloud-Speicher, Fitness-Apps, Kochboxen, Software-Tools, Nachrichtenseiten, Gaming-Dienste – sie vermehren sich still. Jeder einzelne erscheint klein. 9,99€ hier, 14,99€ dort. Aber zusammen können sie leicht 200-300€/Monat erreichen.

Das Schlimmste? Studien zeigen, dass Menschen ihre Abo-Ausgaben konsequent um das 2-3-Fache unterschätzen. Man denkt, man gibt 80€/Monat aus. Die tatsächliche Zahl ist 220€. Diese Lücke entsteht, weil Abonnements unsichtbar sein sollen – automatisch erneuert, automatisch abgerechnet, automatisch vergessen.

So führt man eine monatliche Abo-Prüfung durch

Die monatliche Prüfung sollte nicht mehr als 15 Minuten dauern. Hier ist der Prozess:

Schritt 1: Kontoauszüge prüfen. Die letzten 30 Tage Transaktionen über alle Kredit- und Debitkarten sowie Bankkonten anschauen. Nach wiederkehrenden Lastschriften suchen. PayPal, Apple Pay und Google Pay nicht vergessen – Abonnements verstecken sich gerne hinter Zahlungsvermittlern.

Schritt 2: Die Liste erstellen. Jede wiederkehrende Lastschrift mit Betrag und Zweck aufschreiben. Jahresabonnements einschließen (durch 12 teilen, um die monatlichen Kosten zu sehen).

Schritt 3: Drei Fragen für jedes stellen:

  • Habe ich das in den letzten 30 Tagen tatsächlich genutzt?
  • Wenn ich heute den Zugang verlieren würde, würde ich sofort wieder abonnieren?
  • Gibt es eine kostenlose Alternative, die dasselbe tut?

Schritt 4: Die toten Lasten kündigen. Wenn man es nicht genutzt hat und nicht wieder abonnieren würde, jetzt kündigen. Nicht "später". Jetzt. Das Abonnement funktioniert bis zum Ende der Abrechnungsperiode weiterhin.

Häufige Abo-Fallen

Kostenlose Testphasen, die automatisch in bezahlte umgewandelt werden. Einen Kalender-Erinnerung 2 Tage vor dem Ende jeder Testphase setzen. Am Tag 5 einer 7-tägigen Testphase kündigen – man hat trotzdem die volle Testperiode bei den meisten Diensten.

Jahresabonnements, die man vergessen hat. Die 120€ Jahresrechnung im November, die man letztes Jahr abgeschlossen hat? In den tracker mit einer Erinnerung 30 Tage vor der Erneuerung eingeben, damit man entscheiden kann, ob man es noch will.

Doppelte Dienste. Braucht man wirklich Netflix, Disney+, Apple TV+ UND Amazon Prime Video? Wechseln – einen Monat abonnieren, alles binge-schauen, was man will, kündigen, zum nächsten wechseln.

Preiserhöhungen. Abo-Dienste erhöhen regelmäßig die Preise und verlassen sich darauf, dass man es nicht bemerkt. Ist der ehemalige 9,99€/Monat-Dienst nun 15,99€? Ist er zum neuen Preis noch es wert?

Familienpläne, die man nicht nutzt. Zahlt man für einen Familien-Spotify-Plan, wenn nur zwei Personen ihn nutzen? Auf das entsprechende Abo herabstufen.

Die Abo-Rotationsstrategie

Statt alles gleichzeitig zu zahlen, Abonnements wechseln:

  • Monat 1: Netflix – Alles in der Warteschlange schauen
  • Monat 2: Disney+ – Ihre Serien nachholen
  • Monat 3: Apple TV+ – Neue Veröffentlichungen anschauen
  • Wiederholen

Das kann die Streaming-Rechnung von 60€+/Monat auf 15€/Monat reduzieren. Dieselbe Logik auf andere Kategorien anwenden: zwischen Fitness-Apps, Meditations-Apps oder Lernplattformen wechseln.

Hilfreiche Tools

  • Die App der Bank – Die meisten kategorisieren jetzt wiederkehrende Lastschriften automatisch
  • Apple/Google-Abo-Einstellungen – Alle App-Store-Abos an einem Ort sehen
  • E-Mail-Suche – Den Posteingang nach "Abonnement", "Quittung", "Erneuerung" oder "Abrechnung" durchsuchen, um verpasste Lastschriften zu finden
  • Kreditkarten-Jahresgebühr – Nebenbei prüfen, ob die Jahresgebühr der Kreditkarte die tatsächlich genutzten Vorteile wert ist

Zeichen, dass es Zeit ist

  • Man entdeckt eine Lastschrift auf dem Kontoauszug, die man nicht erkennt
  • Man merkt, dass man eine App, für die man zahlt, seit Wochen nicht geöffnet hat
  • Man hat eine "Preiserhöhung"-E-Mail von einem Dienst erhalten
  • Eine Testphase läuft bald aus
  • Das Kontoguthaben ist am Monatsende niedriger als erwartet
  • Man teilt Anmeldedaten, weil man zu viele Dienste hat
  • Man ist dabei, ein neues Abonnement abzuschließen (erst auf Überschneidungen prüfen)

Übersichtstabelle

| Abo-Typ | Überprüfungshäufigkeit | Warnsignal | |---------|----------------------|-----------| | Streaming (Video/Musik) | Monatlich | Diesen Monat nicht geöffnet | | Software/Apps | Monatlich | Kostenlose Alternativen stattdessen verwenden | | Kostenlose Testphasen | Tag 5 einer 7-tägigen Testphase | Hat vergessen, sich anzumelden | | Jahresabonnements | 30 Tage vor Erneuerung | Kann sich nicht erinnern, was es tut | | Fitnessstudio/Fitness | Monatlich | Weniger als 4x diesen Monat gewesen | | Nachrichten/Medien | Monatlich | Schlagzeilen anderswo lesen | | Kochboxen | Monatlich | Mehr überspringen als nutzen |

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